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In Kiel gewesen – dabei gewesen!"

Die Kiel 2000, das philatelistische Großereignis in Schleswig-Holstein ist vorüber, und es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Bei strahlendem Sonnenschein, und somit bestem Strandwetter, war der Besucherstrom am 6. und 7. Mai 2000 in der Kieler Ostseehalle eher verhalten. Während der Sonnabend noch mit ganz regem Zustrom begann, ebbten die Besucherzahlen zum frühen Nachmittag hin ab und am Sonntag wird sich manch einer gedacht haben, lieber in der Fußgängerzone im Sonnenschein ein Schnäppchen auf dem Flohmarkt machen, als sich in der schattigen, zugigen Ostseehalle eine Gänsehaut zu holen.

Aber jetzt mal von vorne...

Am Freitag gegen 18.00 Uhr trafen sich Frank, Sven, Ralf und Susanne bewaffnet mit allem, was die Landesring-Materialstelle so zu bieten hatte, um den Aktionsstand der Jungen Briefmarkenfreunde einzurichten. Gleich im Eingangsbereich wurde uns eine großzügige Fläche zugewiesen, und wir legten los: Da wurde eine Fotowand errichtet, ein Infoturm zusammengezimmert, eine Videoecke eingerichtet und ein Computer mit der Landesring-Homepage aufgebaut. Es wurden Ankündigungen für Pop-Konzerte mit Briefmarkenpostern verhangen und dem Zigarettenautomaten der Strom geklaut, den brauchten wir schließlich für wichtigeres, nämlich zur Ausleuchtung unserer Fotowand. Wir legten tonnenweise Broschüren, Handzettel und Infomaterial zurecht, füllten zwei Wühlkisten mit kiloweise Briefmarken. Zwischendurch stärkten wir uns mit trockenem Kuchen, welchen die Fans der Zebras beim Handballmatch des THW am Vortag übrig gelassen hatten. Gegen 21.00 Uhr rückten wir noch die Flasche mit Ballon-Helium zurecht und wir waren gerüstet: Die Ausstellung konnte beginnen!!

Tat sie dann auch. Am Sonnabend um 9:30 Uhr eröffnete der stellvertretende Staatssekretär für die untröstlich unpässliche Schirmherrin Heide Simonis die Ausstellung und die ersten Besucher bewunderten die hochrangigen Exponate. Die Jagd auf die zahlreichen Sonderstempel begann und auch unser Aktionsstand erfreute sich reger Beliebtheit: Als erste Anlaufstelle am Eingang wollte uns jeder das Eintrittsgeld aufdrängen (der Eintritt war gratis!) oder einen Ausstellungskatalog abkaufen. Aber auch der war gratis und ehrlich wie die Jugend von heute nun mal ist, ließen wir uns nicht dazu hinreißen, einen blühenden Handel mit den Katalogen zu treiben, auch wenn es schwer fiel.

Mit Hilfe des neuen Briefmarkenautos, eines VW-Busses, lockten wir Passanten aus der Fußgängerzone in die Ausstellung, am Sonntag nutzten wir den Bus auch als Startrampe für unseren Luftballonweitflugwettbewerb. Von den gestarteten Ballons blieb einer gleich in einem –Baum hängen, aber auch die anderen hatten offenbar nicht viel mehr Glück. Bis heute ist jedenfalls keine der anhängenden Postkarten zurückgesandt worden. Schade...

Zwischen den Schichten am Aktionsstand blieb uns, auch dank der tatkräftigen Unterstützung durch unsere Kollegen vom Landesring Hamburg, die unser Aktionsteam verstärkten, noch genügend Zeit, die Exponate zu bewundern und die ein oder andere Rarität oder Kuriosität zu erstehen, wie z.B. die Kosovo-Marken der UNO-Postverwaltung in DM-Währung.

Der Veranstalter sorgte mit verschiedenen Showeinlagen für Unterhaltung, so traten z.B. eine Blaskapelle und eine Volkstanz-Gruppe auf. Diese sorgte für ungeahnten Ansturm auf unseren Stand, als alle Mitglieder der Kindertanzgruppe in einer Tanzpause unsere Wühlkisten stürmten.

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung, auch wenn sich der eine oder andere vielleicht schlechteres Wetter und mehr Besucher gewünscht hätte. Aber irgend etwas ist ja immer. Wir jedenfalls sind in Kiel gewesen und dabei gewesen und haben es nicht bereut!