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Landesringfahrt zur IBRA - Nachlese
Freitag, der 30. April 1999, 6.30 Uhr: Auf dem kleinen Bahnhof
in
Schleswig versammeln sich sieben verschlafene und doch aufgeregte
Schüler und ein Lehrer. Das ist unverkennbar die Briefmarken-AG
der Domschule aus Schleswig! Nun geht es endlich los zum
wichtigsten philatelistischen Ereignis im ausgehenden
Jahrtausend, zur IBRA nach Nürnberg!
Nach beinahe sieben
Stunden
langer Fahrt kommt die kleine Gruppe in Nürnberg an und nimmt
ein einstündiges Bad in der Menge auf dem Messegelände. Da die
AG einen solch weiten Anreiseweg hat, bekommen alle Mitglieder
einen Philakoffer, der eigentlich nur für Schulklassen aus
Bayern bestimmt war. Er enthält Informationsmaterial,
Briefmarken, Briefmarkenutensilien und viele Dinge mehr.
Leider wird es schon Zeit für die Jugendherberge und der
angebliche zehnminütige Weg vom Hauptbahnhof zur Jugendherberge
wird in Angriff genommen. Nach halbstündiger Bergsteigung bei
großer Wärme geht es zum Empfang und anschließend die 128
Stufen zum siebten Stock hinauf. Endlich angekommen! Dennoch
schaffen es die Schüler mit geräuschvollem Fußballspielen auf
dem Gang die Nerven des Lehrers weiter zu strapazieren, obwohl
bereits ein Spaziergang unternommen wurde, da die historische
Burg und die Mauerwerke der Stadt Nürnberg natürlich nicht
ausgelassen werden dürfen.
Der Samstag beginnt mit einer kurzen Stadtführung und anschließend
folgt der Höhepunkt mit dem eigentlichen Besuch der IBRA. Die
Geduld der Aufpasser, die die anstürmende Menge noch ein wenig
im Zaum zu halten haben, bestaunend, muß doch noch kurz gewartet
werden. Um einem weiteren stundenlangen Schlangestehen
zuvorzukommen, geht es gleich zur Schatzkammer, die bisherige
Dimensionen mit der Konzentration von kostbarsten Weltraritäten
weit übertrifft. Beim Anblick einer ungebrauchten 1 Penny Black
vom Bogenrand, dem Bayerneinser auf Brief, dem Vineta-Provisorium
oder dem teuersten und berühmten Bordeaux-Brief mit der blauen
und roten Mauritius schlägt das Herz eines jeden Philatelisten höher.
Doch auch die phantastischen Exponate des internationalen Ranges
können der ausstellungserfahrenen AG noch viele Anregungen
geben. In kleinen Gruppen stürzen sich dann alle ins Gewühl und
erkunden in den fünf Hallen die Händlerstände, die Angebote
der Post mit all ihren Präsentationen, die besonderen
Jugendangebote und vieles mehr.

Allein am Samstag morgen besuchen 30.000 Besucher die Messe!
Diese Zahl verdeutlicht die Größe der einzelnen Hallen.
Vorstellen kann man es sich trotzdem nur, wenn man so etwas
einmal selbst miterlebt hat!
Nach sieben Stunden anstrengender Erkundung geht es mit platten Füßen
wieder in die Jugendherberge zurück, wo der Tag mit einer
Phila-Party abgerundet wird. Jeder Teilnehmer nimmt an einer
Tombola teil, bei der alle ein philatelistisches Geschenk
erhalten. Außerdem werden die Gewinnerteams des Wettbewerbs
vorgestellt, die sowohl eine kleine Heimatkundesammlung, als auch
ein kleines Exponat über das Eisenbahnwesen zusammengestellt
haben. Diese Teams müssen auch noch unter Anfeuerungsrufen
Philapuzzle im Großformat zusammenstellen.
Auch am Sonntag kann noch etwas Zeit auf der Messe verbracht
werden, wo sich die AG mit Bekannten aus dem Seniorenverein von
Schleswig trifft. Doch es bleibt auch noch Zeit und Raum für
eigene Exkursionen bis es am Nachmittag wieder Richtung Norden
nach Hause geht. Nach einer nervenaufreibenden Rückfahrt
erreicht der Zug um 22.00 Uhr endlich den heimatlichen Bahnhof.
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